Durchführung der Herbstbegrünung
im Ackerbaubetrieb:
Die
Durchführung der Herbstbegrünung sollte man sinnvoller weise nicht nur aus der
Sicht der optimalen Ausgleichszahlung durchführen. Obwohl es vor dem
EU-Beitritt noch keine Prämien dafür gab, beschäftigten sich viele Betriebe
sehr intensiv mit der Zwischenbegrünung und erkannten bald den ökologischen
und ökonomischen Wert dieser Maßnahme.
Durch
die im ÖPUL 2000 neu geregelten Rahmenbedingungen muss man die Durchführung
dieser Maßnahmen eingehend überlegen. Der Erfolg oder Misserfolg von Begrünungsmaßnahmen
hängt von vielen Faktoren ab:
Bodenbearbeitung:
Die
Zerkleinerung der Ernterückstände sollte so erfolgen, dass die Verteilung und
Einarbeitung keinerlei Schwierigkeiten bereiten soll. Eine wesentliche Frage ist,
ob die Bodenvorbereitung mit mischenden oder wendenden Bodenbearbeitungsgeräten
durchgeführt wird. Viele Betriebe gehen dazu über, den Boden bereits vor der
Aussaat der Herbstbegrünung zu pflügen, um das Risiko von schlechten
Bedingungen bei der in Variante A bereits ab 15. November möglichen
Bodenbearbeitung zu minimieren. Sollte man aber der Ansicht sein, dass die Begrünung
unbedingt gepflügt werden soll, dann ist von Düngeeinlegern, welche ein „Silieren“
der Gründüngungspflanzen erwirken,
abzusehen. Auch der Pflug sollte so verwendet werden, dass die Pflanzenreste in
den Boden eingemischt werden. Ich möchte hier die grundsätzliche Frage in den
Raum stellen, ob ein Pflügen wirklich unumgänglich ist? Meines Erachtens ist
die Durchführung der Herbstbegrünung nur mit mischenden Bodenbearbeitungsgeräten
absolut kein Problem und aus betriebswirtschaftlicher Sicht meist kostengünstiger
durchzuführen. Auf schweren Böden hat sich der Einsatz von Untergrundlockerern
ausgezeichnet bewährt. Eine Tiefenlockerung von mehr als 40 bis 45 cm ist ein
pflanzenbaulicher Unsinn.
Aussaat und Sätechnik:
Je nach Bodenzustand gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Begrünungssaatgut auszubringen. Eine sehr einfache Möglichkeit ist die Aussaat mit einem Saatkasten auf einem Bodenbearbeitungsgerät (Grubber, Scheibenegge). Der Vorteil liegt sicher darin, dass ein weiterer Arbeitsvorgang meist verhindert werden kann. Gute Aufbausaatkästen erlauben ein genaues Dosieren der Ausbringmenge. Ist der Umbruch des Auswuchses von Ausfallgetreide bereits erfolgt, ist ein Anbau mit Kreiselegge und Sämaschine meist auch ausgezeichnet durchführbar und führt aufgrund der exakten Aussaattiefe zu einem gleichmäßigen Aufgang. Das Ausbringen des Begrünungssaatgutes mit Mineraldüngerstreuern oder speziellen Streuern für Kleinsämereien bedarf einer guten und gleichmäßigen Einarbeitung und erfordert sehr viel Erfahrung.
Häckseln:
Eine
der wichtigsten Kriterien bei der Bestandesführung von Begrünungen ist der
Zeitpunkt und die Durchführung des Häckselns. Begrünungen sollten am Besten
bei Blühbeginn oder spätestens während der Blüte eingekürzt werden.
Besonders bei Begrünungsmischungen mit Senf und Phazelia ist ein frühes Häckseln
für die Entwicklung der sich langsamer entwickelnden Phazelia von großem
Vorteil. Wird die Herbstbegrünung zum richtigen Zeitpunkt
gehäckselt, ist im Frühjahr eine Mulchsaat auch ohne spezielle
Mulchsaatsämschinen problemlos durchführbar. Hier gibt es entweder die Möglichkeit
einer kombinierten Aussaat mit Kreiselegge und Sämaschine oder das seichte
Umbrechen mit mischenden Bodenbearbeitungsgeräten (Grubber,
Saatbeetkombination) und die Aussaat innerhalb von 4 Wochen nach dem Umbruch der
Begrünung.
Wer aus pflanzenbaulicher Sicht seinem Boden etwas Gutes tun will, wird auf ein
Pflügen im Herbst verzichten. Die Bodenlebewesen benötigen zu ihrer Tätigkeit
neben ihren Nährstoffen, wie Pflanzen- und Wurzelrückstände, organische
Dünger u. dgl. vor allem Sauerstoff. Oberste
Aufgabe ist der Aufbau und die Erhaltung eines gesunden Bodengefüges mit
ausreichender Bodentätigkeit durch Bodenlebewesen und organische Substanzen.
Um ein auch für normale Sämaschinen geeignetes Saatbeet erreichen zu können,
bedarf es aber gewisser vorbereitender Maßnahmen. Die abfrostende
Herbstbegrünung sollte jedenfalls spätestens bei der Blüte gehäckselt
werden. Dies ist nicht nur aus arbeitstechnischen Gründen erforderlich, sondern
auch aus pflanzenbaulicher Hinsicht, da Pflanzen während der Blüte den
höchsten Wasserbedarf aufweisen. Alle zum Zeitpunkt der Blüte
gehäckselten Begrünungspflanzen werden bereits im Winter soweit verrotten,
dass ein Frühjahrsanbau unter diesen Umständen keinerlei Schwierigkeiten
bereiten wird. Lediglich zu spät oder mit ungeeigneten Geräten zerkleinerte
Pflanzenbestände können manchmal Probleme bereiten.
Ihre Felder im Frühjahr so ...
oder so ?