Begrünungsmischungen im Trockengebiet:

Bei der Anlage von Begrünungen im Trockengebiet sollte in Bezug auf Pflanzenauswahl und Bestandesführung unbedingt auf den Wasserverbrauch geachtet werden. Besonders Senf, ob in Reinkultur oder Mischungen, hat ab Blühbeginn einen sehr hohen Wasserverbrauch. Ein ausgeprägter Senfbestand kann, auch wenn er bereits im Herbst (ab 15. November) eingearbeitet wird, im darauf folgenden Frühjahr zu Ertragseinbußen führen.

  Mischung 1

  5 kg Phacelia

  3 kg Senf

 

 

 

  Mischung 2

  4 kg Phacelia

  2 kg Senf

15 kg Buchweizen

 

 

  Mischung 3

   4 kg Phacelia

15 kg Buchweizen

15 kg Sommerwicke

15 kg Platterbsen

 

  Mischung 4

  5 kg Phacelia

20 kg Sommerwicken

40 kg Platterbsen

 

 

  Mischung 5

  2 kg Phacelia

20 kg Sommerwicken

10 kg Platterbsen

10 kg Buchweizen

15 kg Sojabohnen

 

Phacelia: (Wasserblattgewächs)

Sehr gute Begrünungskultur, höhere Saatgutkosten, ist mit anderen Kulturpflanzen nicht verwandt, intensives Haarwurzelsystem in den oberen Bodenschichten, geringer Wasserverbrauch, ausgezeichnete Verrottung, sollte nicht in Reinkultur ausgesät werden, da keine tiefreichende Durchwurzelung, muss nicht eingekürzt werden,  bei ausreichender Blattmasseentwicklung sicheres abfrosten, junge Pflanzen mit geringem Blattmasseanteil können gegebenenfalls überwintern (eventuelle Probleme in Spätsaaten ab Mitte bis Ende September)

Senf: (Kreuzblütler)

Meist verwendetste Begrünungskultur, geringe Saatgutkosten, kann bei hohem Fruchtfolgeanteil von Sonnenblumen und/oder Leguminosen zu Krankheitsüberträgern werden, hoher Wasserverbrauch ab Beginn der Blüte, bei zeitigem Anbau (vor dem 10. Aug.) steigender Erdflohbefall, unbedingt zeitig einkürzen, Stängel verrotten sehr langsam

Buchweizen: (Knöterichgewächs)

Auflaufen auch unter trockenen Bedingungen, mittlere Saatgutkosten, nur in Mischungen verwenden, bei zeitigem Anbau vor Blühbeginn unbedingt einkürzen, damit keine Samen ausfallen, sehr frostempfindlich (ca. - 4 ° C), geringe Ansprüche an Boden, geringer Wasserverbrauch, ausgezeichneter Mischungspartner

Sommerwicken, Platterbsen: (Leguminosen)

Platterbsen und Sommerwicken sollten nur in Begrünungsmischungen verwendet werden, mittlere Saatgutkosten, als Stickstoffsammler sehr gute Vorfruchtwirkung, ausgeprägtes Wurzelsystem, sind in Fruchtfolgen mit hohem Leguminosenanteil (Körnererbsen) und/oder Sonnenblumen bzw. Raps nur bedingt geeignet (Möglichkeit der Sklerotinia-Übertragung), müssen nicht eingekürzt werden, gute Verrottung, Saatgutmengen in Mischungen reduzieren, damit der Bestand nicht zu üppig wird (eventuelle Probleme bei der Bodenbearbeitung im Frühjahr)

Kleearten: (Leguminosen)

Sind sehr gute Begrünungskulturen, mittlere Saatgutkosten, Stickstoffsammler, durch sehr langsame Jugendentwicklung nur bedingt für den Zwischenfruchtanbau geeignet, da es nur bei sehr zeitigem Anbau zum Ansatz der Knöllchenbakterien kommt, wird in Begrünungsmischungen vor allem von sehr schnell wachsenden Begrünungspartnern unterdrückt, kein einkürzen notwendig, Perserklee ist eine Wirtspflanze der Rübennematode

Ölrettich, Perko PVH: (Kreuzblütler)

Ölrettich und Perko PVH sind wegen ihres hohen Wasserverbrauches für Trockengebiete nicht empfehlenswert, mittlere Saatgutkosten, gute Durchwurzelung in tiefer Schichten, bilden ausgeprägte Pfahlwurzeln, gut geeignet zur Nematodenbekämpfung vor Zuckerrüben, Ölrettich frostet nicht sicher ab, Perko PVH ist winterhart